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Beim Kunststoffrecycling denken viele an große Sortieranlagen. Für einen Betrieb fängt es früher an: im Wareneingang, wo Stretchfolie, Schrumpfhauben, Styropor-Polster und leere Kanister anfallen. Ob daraus wieder ein Rohstoff wird oder ein Abfall, der verbrannt wird, entscheidet sich nach unserer Einschätzung zu einem großen Teil vor Ort, bei Trennung, Sauberkeit und Menge.
Dieser Artikel zeigt, welche Kunststoffabfälle in Betrieben typisch sind, was davon gut verwertbar ist, was die Gewerbeabfallverordnung verlangt und wie es 2026 um den Markt für Kunststoffrecycling steht. Für Folie und Styropor gibt es eigene Artikel: PE-Folie im Betrieb und Styropor entsorgen.
Das Wichtigste in Kürze
- Was als Recycling zählt: Verbrennung und die Aufbereitung zu Ersatzbrennstoffen zählen nach § 3 Abs. 25 KrWG nicht als Recycling.
- Zahlen 2023: Von 5,91 Mio. t Kunststoffabfällen in Deutschland wurden 37,9 % werkstofflich recycelt und 61,1 % energetisch verwertet (Umweltbundesamt).
- Pflicht im Betrieb: Kunststoffe sind eine eigene Fraktion. Sie sind grundsätzlich getrennt zu sammeln, vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen, und die Getrenntsammlung ist zu dokumentieren (§ 3 GewAbfV).
- Sortenreinheit zählt: Gewerbliche EPS-Verpackungen wurden 2021 laut einer Studie zu 83 % recycelt, haushaltsnahe nur zu 6 %.
- Markt: Die Recyclingbranche steht laut Fachpresse seit 2024 unter Druck, Vergütungen schwanken. Frühestens ab 2030 schreibt die EU Mindestanteile an Rezyklat in Kunststoffverpackungen vor.
Kunststoffrecycling: drei Wege und die Zahlen für Deutschland
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz zieht eine klare Grenze: Recycling ist jedes Verwertungsverfahren, das Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen aufbereitet. Die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Brennstoffen zählen nicht dazu (§ 3 Abs. 25 KrWG).
| Weg | Was passiert | Menge 2023 | Recycling nach KrWG? |
|---|---|---|---|
| Werkstofflich (mechanisch) | Kunststoff wird zerkleinert, gewaschen, getrocknet und zu Regranulat verarbeitet. Der chemische Aufbau bleibt erhalten. | 2,24 Mio. t (37,9 %) | ja |
| Rohstofflich (chemisch) | Kunststoff wird in chemische Grundstoffe aufgespalten. | rund 0,027 Mio. t (0,5 %) | ja, wenn Stoffe für neue Produkte entstehen, nicht bei Brennstoffen |
| Energetisch | Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen oder als Ersatzbrennstoff (EBS) | 3,61 Mio. t (61,1 %) | nein |
| Beseitigung | ohne Verwertung | 0,032 Mio. t | nein |
Quelle: Umweltbundesamt, Daten Kunststoffabfälle (aktualisiert 30.04.2025), und Kurzfassung „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2023“ (Conversio, November 2024). Datenjahr 2023, Gesamtmenge 5,91 Mio. t.
Laut dem Stoffstrombild von Conversio stammten 2023 rund 5,58 Mio. t dieser Abfälle aus dem Endverbrauch, also aus Haushalten und Gewerbe. Davon wurden rund 1,95 Mio. t mechanisch recycelt, etwa 35 %. Die Kunststoffverarbeiter setzten im selben Jahr rund 1,93 Mio. t Rezyklat ein. Das sind etwa 15 % der verarbeiteten Menge und 17,2 % mehr als 2021. Verpackungen waren 2023 mit rund 30 % der größte Bereich der Kunststoffverarbeitung in Deutschland, vor dem Bau mit knapp 24 %.
Die Studie hält außerdem fest, dass gerade Verpackungsabfälle aus dem Endverbrauch, auch aus dem Gewerbe, zu großen Anteilen aussortiert und recycelt werden konnten. Nach Herkunft getrennt nennt das Umweltbundesamt für 2023 diese Quoten der stofflichen Verwertung: knapp 33 % bei Kunststoffabfällen aus privaten Haushalten, etwa 39 % aus dem gewerblichen Endverbrauch und 85 bis fast 88 % bei Abfällen aus Kunststofferzeugung und -verarbeitung. Als Grund nennt es, dass Kunststoffe in der Industrie meist sauber und sortenrein anfallen, in Haushalten und bei vielen Gewerbebetrieben dagegen verschmutzt und vermischt. Daten für das Jahr 2025 werden seit März 2026 erhoben; veröffentlichte Ergebnisse haben wir bis zum 17.10.2026 nicht gefunden.
Welche Kunststoffabfälle im Betrieb anfallen
Die Übersicht zeigt die Fraktionen, die in Handel, Lager und Produktion typisch sind. Gewerbliches Styropor stammt zum Beispiel häufig aus Verpackungen für technische Geräte und Möbel.
| Fraktion | Typische Beispiele | Abfallschlüssel (AVV) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| PE-Folie | Stretch- und Wickelfolie, Schrumpfhauben, Säcke, Luftpolsterfolie | 15 01 02 | Schwerpunkt im BEMA Konzept neben Kartonagen (sortenrein) |
| EPS (Styropor) | Polster und Formteile aus Verpackungen für Möbel und Geräte | in der Regel 15 01 02 | Abnahme im Einzelfall klären |
| Hohlkörper | Kanister, Eimer, Flaschen | 15 01 02, mit Rückständen gefährlicher Stoffe 15 01 10* | horizontale Ballenpressen können Hohlkörper verdichten; Abnahme im Einzelfall klären |
| Bänder, Big Bags, Hartkunststoffe | Spann- und Umreifungsbänder, Big Bags, Teile aus Hartkunststoff | 15 01 02 bei Verpackungen, sonst je nach Herkunft | gehören nicht in die Folie; Abnahme im Einzelfall klären |
Abfallschlüssel nach Abfallverzeichnis-Verordnung; die Zuordnung im Einzelfall klären Sie mit Ihrem Entsorger. Spalte Hinweis: Angaben zum BEMA Konzept auf verpackungsabfall.com, Stand Oktober 2026.
Kunststoffe, die nicht aus Verpackungen stammen und als gewerblicher Siedlungsabfall anfallen, tragen den Schlüssel 20 01 39. Verpackungen mit Rückständen gefährlicher Stoffe, etwa Kanister, sind gefährlicher Abfall (15 01 10*) und gehören nicht in eine Wertstofffraktion.
Für sortierte Kunststoffabfälle gibt es einen Markt mit eigenen Sorten. Der Fachdienst EUWID führt in seiner Marktübersicht für Altkunststoffe zum Beispiel PE-Folie transparent natur, PE-Gewerbemischfolie 90/10 und 80/20 sowie LDPE-Folie natur und bunt, daneben Sorten für PP, PVC und PS. Farbe, Reinheit und Herkunft entscheiden also, in welche Sorte Ihr Material fällt.
Was sich gut verwerten lässt und was Recycling verhindert
Für Recycler zählt nach unserer Erfahrung vor allem, wie sortenrein und sauber das Material ist. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt Styropor. Laut einer Studie von Conversio im Auftrag des Industrieverbands Hartschaum (IVH) fielen 2021 in Deutschland rund 70.000 t EPS-Verpackungsabfälle an, 39.000 t davon aus Industrie und Gewerbe. Die gewerblichen EPS-Verpackungen wurden zu 83 % recycelt, die haushaltsnahen nur zu 6 %. Den Unterschied erklärt nach unserer Einschätzung vor allem die getrennte, saubere Erfassung im Betrieb.
Was ein Abnehmer bei Folie erwartet
Wie streng die Anforderungen sein können, zeigt ein Beispiel aus den Niederlanden. Der Entsorger Renewi fasst in seiner Qualität „LDPE folie 98/02“ helle Verpackungsfolie aus LDPE und LLDPE aus Handel, Distribution und Industrie zusammen. Erlaubt sind höchstens 1 Vol.-% bunte Folie, höchstens 1 Vol.-% folienfremdes Material wie Klebeband und Aufkleber und höchstens 10 Vol.-% Luftpolsterfolie. Ausgeschlossen sind unter anderem:
- Laminatfolien, Agrar-, Bau- und Schaumfolie sowie tiefgezogene Folie
- Verpackungsschaum, Big Bags, Spann- und Umreifungsbänder und Hartkunststoffe
- verschmutzte Kunststoffe, etwa mit Farbe, Zement, Fett oder Lebensmittelresten
Die genauen Toleranzen legt in der Regel der jeweilige Abnehmer fest. Seit Oktober 2025 gibt es mit DIN EN 15347-2 außerdem eine Norm für Qualitätsstufen sortierter PE-Abfälle. Was bei Folie im Detail zählt, erklärt der Artikel PE-Folie im Betrieb: entsorgen oder verkaufen.
Qualität wirkt bis ins fertige Produkt
Eine Studie zu Folienprodukten aus rezykliertem LDPE (Zeilerbauer et al., 2024) zeigt einen weiteren Punkt: Minderwertiges Rezyklat muss teils in größerer Menge eingesetzt werden, um dieselbe Funktion zu erfüllen. Saubere Ausgangsware ist nach unserer Einschätzung also nicht nur eine Preisfrage. Was das für die Klimabilanz bedeutet, lesen Sie im Artikel CO2 sparen durch Recycling.
So halten Sie Kunststoffe im Betrieb sortenrein:
Nach Kunststoffart trennen
Folie, Styropor und Hohlkörper in eigene Behälter. Bänder, Big Bags und Hartkunststoffe gehören nicht in die Folie.
Transparente und bunte Folie getrennt sammeln
Der Handel führt beide in der Regel als eigene Sorten.
Fremdstoffe entfernen
Klebeband, Aufkleber und andere folienfremde Teile so weit wie möglich ab. Styropor-Polster gehören nicht in den Folienballen.
Verschmutztes aussortieren
Kunststoffe mit Farbe, Fett, Zement oder Lebensmittelresten getrennt halten. Kanister mit gefährlichen Rückständen sind gefährlicher Abfall.
Pflicht im Betrieb: Kunststoffe getrennt sammeln und belegen
Für Kunststoffabfälle, die im Betrieb als gewerbliche Siedlungsabfälle anfallen, gilt die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV). Nach § 3 Abs. 1 GewAbfV müssen Sie Kunststoffe als eigene Fraktion getrennt sammeln, getrennt befördern und vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuführen.
Ausnahmen gibt es nur, wenn die getrennte Sammlung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist (§ 3 Abs. 2 GewAbfV). Die Getrenntsammlung müssen Sie dokumentieren (§ 3 Abs. 3 GewAbfV), zum Beispiel mit Lageplänen und Fotos der Behälter, Liefer- oder Wiegescheinen und einer Erklärung des Übernehmers zu Masse, Verwertungsart und beabsichtigtem Verbleib. Greift eine Ausnahme, ist sie darzulegen. Die zuständige Behörde kann die Dokumentation verlangen. Welche Pflichten im Einzelfall gelten, klären Sie im Zweifel mit dieser Behörde.
Verpackungsrecht 2026 Seit dem 12.08.2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 überwiegend unmittelbar. Das Verpackungsgesetz wurde durch das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) abgelöst. Was das für Unternehmen bedeutet, erklärt der Artikel Verpackungsrecht 2026.
Ein Entwurf zur Änderung der Gewerbeabfallverordnung liegt dem Bundesrat seit Februar 2025 vor (Drucksache 60/25), ist aber nicht in Kraft: Der Bundesrat hat ihn am 11. Juli 2025 von der Tagesordnung abgesetzt, eine weitere Plenarberatung ist dort nicht verzeichnet (Stand 17. Oktober 2026). Die Pflichten im Überblick finden Sie im Artikel Gewerbeabfallverordnung: Getrennthaltung, Dokumentation, Nachweise, die Verpackungsfraktionen im Artikel Verpackungsmaterial entsorgen.
Welche Ihrer Kunststoffabfälle sind ein Rohstoff?
Wir sehen uns mit Ihnen an, welche Kunststoffe bei Ihnen anfallen, was davon wir abnehmen können und welche Ballenpresse zu Ihren Mengen passt. Die Beratung ist kostenlos.
Ihr Ansprechpartner: Marc Schleibaum, Geschäftsführer

Marktlage 2026: Recyclerkrise und Rezyklatquoten der EU
Die europäische Kunststoffrecycling-Branche steckt laut Fachpresse seit 2024 in einer Krise. Als Gründe nennt sie eine sinkende Nachfrage, günstige Neuware, hohe Energiepreise und Importe. Laut einem offenen Brief mehrerer Branchenvertreter vom 31.03.2026 gingen in Europa bis Ende 2025 knapp 1 Mio. t Recyclingkapazität verloren.
Für Betriebe heißt das nach unserer Einschätzung: Vergütungen für Kunststoffe können schwanken und hängen unter anderem von Sorte und Qualität ab. Wir vergüten nach dem EUWID, dem monatlich erscheinenden Preisindex für Sekundärrohstoffe. Wie sich die Preise entwickeln, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Nach unserer Einschätzung haben sortenreine, saubere Fraktionen auch in einem schwachen Markt bessere Chancen als vermischte. Wie der Index funktioniert, erklärt der Artikel Vergütung nach EUWID.
Ausblick: Mindestrezyklat in Verpackungen ab 2030
Langfristig dürfte die Nachfrage nach Rezyklat nach unserer Einschätzung steigen. Die EU-Verpackungsverordnung schreibt in Art. 7 Mindestanteile an Rezyklat in Kunststoffverpackungen vor. Sie gelten ab dem 1.1.2030 oder drei Jahre nach dem zugehörigen Durchführungsrechtsakt, je nachdem, was später ist.
| Kunststoffverpackung | ab 2030 | ab 2040 |
|---|---|---|
| kontaktempfindlich, aus PET | 30 % | 50 % |
| kontaktempfindlich, aus anderen Kunststoffen | 10 % | 25 % |
| Einweggetränkeflaschen | 30 % | 65 % |
| sonstige Kunststoffverpackungen | 35 % | 65 % |
Quelle: Art. 7 Abs. 1 und 2 VO (EU) 2025/40. Ausnahmen nach Art. 7 sind hier nicht dargestellt. Die Pflicht trifft Hersteller von Verpackungen, nicht Betriebe, bei denen Verpackungsabfall anfällt.
Chemisches Recycling wird oft als Lösung genannt. Mit 0,5 % der Kunststoffabfälle spielte es 2023 laut Umweltbundesamt mengenmäßig aber kaum eine Rolle. Mengenmäßig war damit 2023 der werkstoffliche Weg der wichtigste Recyclingweg.
Vom Ballen zum Regranulat: So läuft es mit BEMA
Im BEMA Konzept kaufen wir sortenreine Verpackungs- und Produktionsabfälle von Unternehmen auf, vor allem Kartonagen und Folien. Ballen aus Pressen anderer Hersteller nehmen wir derzeit nicht an. Ob und zu welchen Bedingungen wir weitere Kunststoffe wie Styropor abnehmen, klären wir im Einzelfall. Bei der Einweisung erklärt unser Fachpersonal Ihrem Team die Stofftrennung. So kommt Ihr Material zum Verarbeiter:
Sammeln an der Anfallstelle
Für Folie gibt es im BEMA Shop Verdichtungsständer und Wertstoff-Sammelsäcke aus PE mit 200 oder 300 Litern.
Pressen
Vertikale Ballenpressen können das Volumen von Karton, Folie und Papier um bis zu 90 % reduzieren (Herstellerangabe). Horizontale Ballenpressen können auch voluminöse Materialien wie Styropor, Hohlkörper und Schaumstoffe verdichten.
Abholung
Unsere regionalen Logistikpartner holen die Ballen ab. Den Abholauftrag geben Sie online mit einem Foto auf und bestätigen, dass das Material frei von Fremdstoffen ist.
Verwertung
Die gepressten Ballen gehen zur Wiederverwertung an einen Kunststoffverarbeiter. Beim werkstofflichen Recycling wird Folie in der Regel zerkleinert, gewaschen und zu Regranulat extrudiert. Regranulat aus LDPE kann zum Beispiel wieder zu Müllsäcken verarbeitet werden.
Lohnt sich eine Ballenpresse für Ihre Folie?
- Ihr Betrieb hat mehr als 500 kg Verpackungsabfall im Monat, zum Beispiel Kartonagen und Folie.
- Folie fällt regelmäßig und an wenigen Stellen an.
- Neben der Presse ist Platz für einige Paletten mit Ballen.
- Ein Lkw kann zur Abholung auf Ihr Gelände fahren; ob Sie dafür einen Hubwagen oder Stapler brauchen, klären wir mit Ihnen.
Andere Kunststoffe oder kleinere Mengen? Sprechen Sie uns an, wir klären es im Einzelfall.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Viel Stretchfolie im Wareneingang
Sammeln Sie Folie dort, wo ausgepackt wird, getrennt nach transparent und bunt. Bei regelmäßigen Mengen kann sich ein Vergleich mit einer Ballenpresse lohnen.
Styropor aus Möbel- oder Gerätekartons
Halten Sie Verpackungs-EPS sauber und getrennt von Folie und Karton. Dämmplatten aus Bau und Sanierung sind keine Verpackungen und unterliegen eigenen Regeln.
Kanister und Eimer aus Werkstatt oder Produktion
Prüfen Sie, ob Reste gefährlicher Stoffe enthalten sind. Dann gehören die Behälter als gefährlicher Abfall (15 01 10*) zum Entsorger.
Kartonagen und Folie fallen gemeinsam an
Pressen Sie beides getrennt. Folie ist im Kartonballen ein Störstoff, sortenrein gesammelt kann sie ein eigener Rohstoff sein. Mehr im Artikel Pappe und Kartons entsorgen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen werkstofflichem und chemischem Recycling?
Beim werkstofflichen Recycling wird Kunststoff mechanisch aufbereitet und zu Regranulat verarbeitet, der chemische Aufbau bleibt erhalten. Beim chemischen, auch rohstofflichen Recycling wird er in Grundstoffe aufgespalten. 2023 wurden in Deutschland laut Umweltbundesamt 37,9 % der Kunststoffabfälle werkstofflich und 0,5 % rohstofflich recycelt.
Zählt Verbrennung als Recycling?
Nein. Nach § 3 Abs. 25 KrWG zählen die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Brennstoffen nicht als Recycling. Auch Ersatzbrennstoffe aus Kunststoff sind also kein Recycling.
Wie hoch ist die Recyclingquote für Kunststoff in Deutschland?
2023 wurden 37,9 % der 5,91 Mio. t Kunststoffabfälle werkstofflich recycelt und 61,1 % energetisch verwertet (Umweltbundesamt).
Welche Kunststoffabfälle aus Betrieben lassen sich gut verwerten?
Nach unserer Erfahrung vor allem sortenreine, saubere Fraktionen wie PE-Folie und EPS. Gewerbliche EPS-Verpackungen wurden 2021 laut einer Studie von Conversio für den IVH zu 83 % recycelt. Laminatfolien und verschmutzte Kunststoffe gehören bei Abnehmern wie Renewi nicht in die reine Folienqualität.
Was bringt die EU-Verpackungsverordnung für das Kunststoffrecycling?
Frühestens ab 2030 müssen Kunststoffverpackungen Mindestanteile an Rezyklat enthalten, zum Beispiel 35 % bei Verpackungen, die nicht kontaktempfindlich und keine Einweggetränkeflaschen sind (Art. 7 VO (EU) 2025/40). Die Pflicht trifft die Hersteller von Verpackungen. Nach unserer Einschätzung dürfte das die Nachfrage nach Rezyklat stützen.
Nimmt BEMA alle Kunststoffe an?
Nein. Unser Schwerpunkt sind Kartonagen und PE-Folie. Styropor und andere Kunststoffe wie Kanister oder Bänder klären Sie bitte im Einzelfall mit uns.
Quellen und Rechtsstand
- Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 3 Begriffsbestimmungen, Bundesministerium der Justiz, abgerufen 17.10.2026
- Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV), § 3, Bundesministerium der Justiz, abgerufen 17.10.2026
- Beratungsvorgang 60/25: Verordnung zur Stärkung der Bewirtschaftung von gewerblichen Siedlungsabfällen und bestimmten Bau- und Abbruchabfällen, Bundesrat, abgerufen 17.10.2026
- Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), Bundesministerium der Justiz, abgerufen 17.10.2026
- Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV), Anlage, Bundesministerium der Justiz
- Kunststoffabfälle: Daten zur Verwertung, Umweltbundesamt, aktualisiert 30.04.2025 (Datenjahr 2023), abgerufen 17.10.2026
- Kurzfassung „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2023“, Conversio Market & Strategy für BKV u. a., November 2024
- Datenerhebung für Stoffstrombild Kunststoffe beginnt, RECYCLING magazin, 11.03.2026
- Hohe Recyclingquote für EPS, EUWID Recycling und Entsorgung, 04.12.2024, und High recycling rate for industrial EPS packaging and construction waste, BKV, 09.12.2024 (Studie Conversio für den IVH)
- Marktübersicht Altkunststoffe Deutschland, EUWID, abgerufen Oktober 2026
- Acceptatievoorwaarden LDPE folie 98/02, Renewi Nederland B.V., Version April 2024
- DIN EN 15347-2:2025-10, Sortierte Kunststoffabfälle, Teil 2: Polyethylen, DIN Media
- Life cycle assessment of mechanical recycling of low-density polyethylene into film products, Zeilerbauer et al., Resources, Conservation & Recycling 209 (2024) 107807
- Kunststoffrecycler in der Krise: Insolvenzen und Betriebsschließungen nehmen zu, EUWID, 24.07.2025
- Offener Brief: Branchenvertreter fordern Soforthilfe für das Kunststoffrecycling, Lebensmittel Praxis, 31.03.2026
- Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle, Art. 7, EUR-Lex
- Änderungen beim Verpackungsrecht: Durchführungsgesetz verkündet, Umweltpakt Bayern
- Ballenverkauf (Abholformular), Ballenpressen, BEMA Konzept und BEMA Shop, BEMA Verpackungsabfall (Angaben zu Abholauftrag, Pressen, Ablauf und Zubehör)
Rechtsstand: 17. Oktober 2026. Regeln und Marktpreise ändern sich; maßgeblich ist der Stand zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Sicherheitsberatung im Einzelfall. Alle Angaben ohne Gewähr. Beispielrechnungen, Richtwerte und Erfahrungswerte können im Einzelfall abweichen.


